Programmvorschläge von LA MERAVIGLIA

FRÜHBAROCK

VENEZIA 1600+

Das künstlerische Schaffen italienischer Komponisten, Sänger, Instrumentalisten und Kapellmeister in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts überdauerte Pest und 30jährigen Krieg.
Von schmachtender Liebe und strahlender Lebensfreude bis hin zu (Liebes)leid und Trauer umfasst dieses Programm alle musikalischen Affekte.

Mit Werken von Rossi, Marini, Uccellini u.a.


TAUSEND GÜLDEN - Venezianische Barockmusik am Habsburger Hof

Wien 1619 bis 1740: Italien, insbesondere Venedig, ist der musikalische Orientierungspunkt unter den habsburgischen Kaisern, von Ferdinand II. bis Karl VI.

Italienische Komponisten wie Giovanni Valentini und Antonio Bertali werden als Hofkapellmeister nach Wien berufen, die Ausbildung namhafter Musiker erfolgt auf kaiserliche Weisung in Italien.

Einheimische Komponisten und Hofmusiker wie Johann Joseph Fux und Johann Heinrich Schmelzer prägen aus der tonangebenden italienischen Tradition heraus den charakteristischen Stil österreichischer Barockmusik.

Mit Werken von A. Bertali, J.J. Fux, J.H. Schmelzer u.a.


HOCHBAROCK

Copy & Paste

Urheberrecht, Plagiat, Datenklau... London und Amsterdam um 1700: Der Notendruck ist kommerzialisiert, das Verlegen von Kompositionen namhafter Musiker wirft große Gewinne ab. Beliebte Werke , wie etwa die Violinsonaten op. 5 von Arcangelo Corelli werden sogar mehrfach in verschiedenen Bearbeitungen herausgegeben. Raubdrucke sind dabei hier wie in anderen europäischen Musikzentren an der Tagesordnung.

Darüberhinaus werden gedruckte Werke durch die außerordentliche Geschäftstüchtigkeit von Verlegern wie John Walsh und Estienne Roger in ganz Europa verbreitet und dienen Musikern als Inspirationsquelle und Vorlage für Bearbeitungen. Ganze Werke werden auf andere Instrumente übertragen oder einzelne Ideen in neuen Kompositionen wiederverwertet.

In unserem Programm „copy & paste“ erklingen Werke, die bearbeitet wurden, deren Herkunft nicht deutlich geklärt ist oder an deren Entstehung mehrere Verfasser beteiligt waren: A. Corelli/J. Walsh, E.Ph.Chédeville/Vivaldi , J.S. Bach u.a.


”Nicht gnug dass nur die Noten klingen…”- Musik von Telemann & Co.

“Und wie wäre es möglich, mich alles dessen zu erinnern, was ich zum Geigen und Blasen erfunden?”* Georg Philipp Telemanns zahlreiche Kompositionen sind wie seine Lebensgeschichte: voller origineller Einfälle und Überraschungen, “nicht dramatisch, nicht heroisch oder gar tragisch, aber sie ist fesselnd.”**

Telemann (1681 – 1767), Musiker und Komponist zunächst gegen den Willen seiner Familie und zeit seines Lebens Autodidakt in Musiktheorie und Instrumentalspiel, gilt als einer der angesehensten Komponisten des 18. Jahrhunderts.

Er war befreundet mit Händel und Bach und Virtuosen wie dem Geiger Pisendel und gilt als massgeblicher Erfinder des “vermischten Geschmackes”, denn er hat es verstanden, scheinbar unvereinbar gegensätzliche Stilelemente der italienischen und französischen Barockmusik, der slavischen Volksmusik und der neu aufkommenden galanten Spielart in individueller Art und Weise zu verschmelzen.

In diesem wunderbar abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm erfahren die Zuhörer Spannendes und Amüsantes über Telemanns bewegtes Leben und seine musikalische Leistung im Umgang mit den buchstäblich tonangebenden Nationen Italien und Frankreich. Vor allem aber lässt La Meraviglia eine Vielfalt an zauberhafter Barockmusik erklingen von Telemann und seinen europäischen Zeitgenossen, gespielt auf Blockflöten, Violine, Viola da gamba und Cembalo.


BACH meets TELEMANN

Johann Sebastian Bach (1685-1750 und Georg Philipp Telemann (1681-1767) lernten sich bereits in jungen Jahren kennen und schätzen. Telemann war der Patenonkel von Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel. Das Schicksal schien es zu Lebzeiten oft besser zu meinen mit dem frohmütigen Telemann als mit Bach, der mehr als einmal beruflich das Nachsehen gegenüber seinem Jugendfreund hatte. Beiden gemeinsam war jedoch, dass sie in ihrem musikalischen Werk alte und neue kompositorische Einflüsse ihrer Zeit auf höchst individuelle, innovative und einzigartige Weise verarbeiteten. In diesem Programm stellen wir Bach und Telemann einander gegenüber.

Mit Werken von J.S. Bach und G. Ph. Telemann



Corelli wird gerühmet

„ Es ist vielmehr zu glauben, dass die Kadenzen erst nach der Zeit, da Corelli seine in Kupfer gestochenen 12 Solo vor die Violine herausgegeben hat, in den Brauch gekommen sind.“ (*J.J.Quantz, 1752)

Arcangelo Corellis (1653-1713) Kompositionen mit ihrer melodischen Schönheit und ihrer herausragenden harmonischen Beschaffenheit bedeuten einen Wendepunkt in der Musik um 1700.

Der Violinvirtuose war nicht nur Lehrer namhafter Musiker, sondern vor allem Vorbild großer Meister des 18. Jahrhunderts wie J.S.Bach, G.F.Händel und A.Vivaldi.

Seine Kompositionen wurden bereits zu Lebzeiten europaweit verlegt und fanden in musikalischen Zentren wie London sehr großen Anklang.

Als angesehener Musiker veranstaltete Corelli auch Konzerte im eigenen Haus in Rom, zu denen internationale Gäste geladen wurden, so wie etwa der Komponist Georg Muffat, der von der Klangpracht von Corellis Streicherensemble tief beeindruckt war.

Selbst in Frankreich , wo man der italienischen Musik argwöhnisch gegenüber stand, war Corelli hoch geschätzt. Die erste Veranstaltung der unter königlichem Privileg stattfindenden Concerts spirituels wurde mit einem Corellischen Concerto grosso eröffnet.

In unserem Programm „ Corelli wird gerühmet“ zu hören sind u.a. Violinsonaten aus Corellis opus 5 als Originalfassung und in einer zeitgenössischen Bearbeitung für Blockflöte & B.c.

Außerdem erklingen Werke von Komponisten, die direkt mit Corelli in Berührung kamen oder durch sein Schaffen beeinflusst waren, so wie Georg Muffat und Anne-Danican Philidor.


LES FETES DE LA COUR – Höfische Musik aus der Zeit Ludwig XIV.

„ La musique c´est moi“ könnte ein Zitat des Sonnenkönigs gewesen sein, der an seinem Hofe den in Europa einzigartigen französischen Musikstil bis zur Perfektion kultivierte.

Ein Programm mit kunstvoll verzierter und stilistisch verfeinerter Barockmusik,

mit Werken von Couperin, Philidor, Hotteterre u.a.